§ 184b StGB alte Fassung

Bis 2015 galt § 184b StGB alte Fassung.

Der Gesetzeswortlaut von § 184b StGB alte Fassung

Der Wortlaut von § 184b StGB alte Fassung war folgender:

Absatz (1)

1) Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3), die sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern (§ 176 Abs. 1) zum Gegenstand haben (kinderpornographische Schriften),

  1. verbreitet
  2. öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht oder
  3. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummer 1 oder Nummer 2 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen,

wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Absatz (2)

Ebenso wird bestraft, wer es unternimmt, einem anderen den Besitz von kinderpornographischen Schriften zu verschaffen, die ein tatsächliches oder wirklichkeitsnahes Geschehen wiedergeben.

Absatz (3)

In den Fällen des Absatzes 1 oder des Absatzes 2 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren zu erkennen, wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat, und die kinderpornographischen Schriften ein tatsächliches oder wirklichkeitsnahes Geschehen wiedergeben.

Absatz (4)

Wer es unternimmt, sich den Besitz von kinderpornographischen Schriften zu verschaffen, die ein tatsächliches oder wirklichkeitsnahes Geschehen wiedergeben, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Ebenso wird bestraft, wer die in Satz1 bezeichneten Schriften besitzt.

Absatz (5)

Die Absätze 2 und 4 gelten nicht für Handlungen, die ausschließlich der Erfüllung rechtmäßiger dienstlicher oderberuflicher Pflichten dienen.

Absatz (6)

In den Fällen des Absatzes 3 ist § 73d anzuwenden. Gegenstände, auf die sich eine Straftat nach Absatz 2 oder Absatz 4 bezieht, werden eingezogen. § 74a ist anzuwenden.

Aufbauschema von § 184b StGB alte Fassung

§ 184b Abs. 1 StGB alte Fassung bestimmte zunächst, welche Schriften als kinderpornografisch eingestuft werden. Weiterhin wurde nahezu jeder Umfang mit kinderpornografischen Schriften unter Strafe gestellt. Zu etwaigen Tathandlungen bei § 184b Abs. 1 alte Fassung zählten insbesondere das Verbreiten und Herstellen. Als Strafe sah § 184b StGB alte Fassung Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren vor.

§ 184b Abs. 2 StGB alte Fassung begründete die Strafbarkeit für das Unternehmen einem anderen den Besitz an kinderpornografischen Schriften zu verschaffen. Es galt derselbe Strafrahmen von Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren.

In § 184b Abs. 3 StGB alte Fassung wurde die Strafbarkeit für ein bandenmäßiges oder gewerbliches Handeln festgelegt. Als Strafe sah Abs. 3 Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten bis zu 10 Jahren vor.

Der Besitz von kinderpornografischen Schriften und das Unternehmen, sich den Besitz zu verschaffen, wurde in § 184b StGB alte Fassung in Abs. 4 unter Strafe gestellt. Abs. 3 sah Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren vor.

§ 184b StGB alte Fassung nahm in Abs. 5 Handlungen aus der Strafbarkeit, die ausschließlich der Erfüllung rechtmäßiger beruflicher oder dienstlicher Pflichten dienten.

Der Verfall und die Einziehung wurden in § 184b Abs. 6 StGB alte Fassung geregelt.