Welche Strafe, welches Stafmaß oder andere Folgen drohen bei Vorwurf Kinderpornografie gem. § 184b StGB?

Gegen Sie wird ein Ermittlungsverfahren wegen des Vorwurfs Besitz oder Verbreiten von Kinderpornografie gem. § 184b StGB geführt. Sie wollen nun wissen, welche Strafen im Falle einer Verurteilung wegen des Besitzes von Kinderpornografie oder des Verbreitens von Kinderpornografie gem. § 184b StGB drohen.

Im Folgenden erklärt Ihnen Rechtswalt Dietrich die wichtigsten Fragen in Bezug auf etwaige Strafen im Falle einer Verurteilung. Rechtsanwalt Dietrich beantwortet Ihnen insbesondere:

Welches Strafmaß sieht § 184b StGB für den Besitz oder das Verbreiten von Kinderpornografie vor?

Das Strafgesetzbuch differenziert in Bezug auf das Strafmaß zwischen dem Verbreiten von Kinderpornografie und dem Besitz von Kinderpornografie.

Freiheitsstrafe bei Verbreiten von Kinderpornografie

Nach § 184b Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten bis höchstens fünf Jahren bestraft, wer kinderpornografische Schriften verbreitet. Die Qualifikation in § 184b Abs. 2 StGB erhöht das Strafmaß auf Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten bis zu zehn Jahren, sobald jemand als Mitglied einer Bande oder gewerbsmäßig Kinderpornografie verbreitet.

Im Falle der Verhängung einer Freiheitsstrafe von weniger als sechs Monaten kann das Gericht diese eigentlich zu verhängende Freiheitsstrafe gem. § 47 StGB wieder in eine Geldstrafe umwandeln.

Sollte das Gericht eine Freiheitsstrafe verhängen, besteht die Möglichkeit, die Vollstreckung der Freiheitsstrafe zur Bewährung auszusetzen. Nach § 56 StGB kann die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden. Im Falle der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren besteht keine Möglichkeit einer Bewährungsstrafe.

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bei Besitz von Kinderpornografie

Der Besitz von Kinderpornografie wird gem. § 184b Abs. 3 StGB mit Geldstrafe oder Freiheitstrafe bis zu drei Jahren bestraft. Da in § 184b Abs. 3 StGB kein Mindestmaß der Freiheitsstrafe festgelegt wurde, gilt die Mindeststrafe aus § 38 StGB. Nach § 38 StGB beträgt das Mindestmaß von Freiheitsstrafe einen Monat. Im Falle einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe kann somit das Gericht für jede Tat eine Freiheitsstrafe zwischen einem Monat bis zu drei Jahren festsetzen. Eine Qualifikation für den Besitz von Kinderpornografie sieht das Strafgesetzbuch nicht vor.

Welche konkrete Strafe droht bei Verbreiten und Besitz von Kinderpornografie gem. § 184b StGB

Es ist immer schwierig, in einem Strafverfahren konkrete Angaben zur drohenden Strafe zu machen. Dies gilt umso mehr im Bereich von Kinderpornografie. Deutschlandweit gibt es erhebliche regionale Unterschiede, welche Strafe Gerichte für angemessen halten.

Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist § 46 Abs. 1 Satz 1 StGB. Hiernach ist die Schuld Grundlage für die Zumessung der Strafe.

Bei der Festsetzung einer Strafe wird das Gericht insbesondere berücksichtigen, welche Qualität die kinderpornografischen Schriften aufweisen und welche Anzahl von kinderpornografischen Schriften festgestellt wurde.

Im Übrigen geltend die allgemeinen Strafzumessungsregeln. Hierzu zählen insbesondere etwaige (einschlägige) Vorstrafen, die Beweggründe und Ziele, das Maß der Pflichtwidrigkeit, die Art der Ausführung und die verschuldeten Auswirkungen der Tat, das Vorleben, die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse, sowie das Verhalten nach der Tat.

Aus diesen Strafzumessungsgesichtspunkten muss das Gericht innerhalb des Strafrahmens eine angemessene Strafe verhängen.

Was passiert mit meinen Datenträgern im Falle einer Verurteilung wegen § 184b StGB?

Sollten durch die Strafverfolgungsbehörden Datenträger mit kinderpornografischen Schriften wieder herausgeben werden, würde man sich erneut strafbar machen. Deshalb werden Datenträger mit kinderpornografischen Schriften eingezogen. Der ursprünglich Berechtigte verliert entschädigungslos sein Eigentum an den Datenträgern.

Taucht eine Verurteilung wegen Verbreiten oder Besitz von Kinderpornografie im Führungszeugnis auf?

Strafrechtliche Verurteilungen werden in das Bundeszentralregister (BZR) eingetragen. Aus dem Bundeszentralregister gibt es verschiedenste Auskunftsmöglichkeiten.

In der Regel benötigt man ein einfaches Führungszeugnis. In dieses Führungszeugnis werden grundsätzlich Verteilungen aufgenommen. Bei einer Verurteilung von nicht mehr als 90 Tagesätzen oder drei Monaten Freiheitsstrafe unterbleibt in der Regel die Aufnahme in das einfache Führungszeugnis, soweit keine weitere Strafe im Register eingetragen ist.

Neben dem einfachen Führungszeugnis gibt es noch ein sogenanntes erweitertes Führungszeugnis. Im erweiterten Führungszeugnis unterbleibt die Privilegierung, weshalb in ein erweitertes Führungszeugnis auch eine Verurteilung von nicht mehr als 90 Tagessätzen oder drei Monaten Freiheitstrafe aufgenommen wird.

Benötige ich einen Anwalt für Strafrecht bei Vorwurf Kinderpornografie?

Sollte gegen Sie ein Strafverfahren wegen Kinderpornografie geführt werden, sollten Sie einen Anwalt für Strafrecht mit Ihrer Verteidigung beauftragen. Nur ein Rechtsanwalt für Strafrecht kann im sensiblen Bereiche des Sexualstrafrechts mit den Strafverfolgungsbehörden auf Augenhöhe verteidigen. Unter den angegebenen Kontaktdaten können Sie sich an Rechtsanwalt Dietrich wenden. Rechtsanwalt Dietrich ist Fachanwalt für Strafrecht aus Berlin. Er tritt als Strafverteidiger bundesweit auf. Rechtsanwalt Dietrich hat eine jahrelange Erfahrung in der Verteidigung gegen den Vorwurf Kinderpornografie.